„Wenn Ihr Hund uns schreiben

  könnte“

Lieber Hundetrainer, liebe Hundetrainerin

seit einem Jahr gebe ich mir wirklich grosse Mühe zu verstehen, was mein Herrchen oder Frauchen von mir möchte. Ein Beispiel: Beim Leinelaufen zeigen sie mir mit der Leine, dass ich vorauslaufen soll – also mache ich das. Ich streng mich richtig an, schnuppere viel, wechsle die Seite, gebe mir Mühe, alles spannend zu machen. Aber je mehr ich mich bemühe, desto mehr ziehen sie an mir herum. Ich verstehe das einfach nicht. Ich mache doch genau das, was sie mir zeigen.

Neulich kam uns ein anderer Hund mit seinem Frauchen entgegen. Zuerst dachte ich: „Super, jemand zum Unterhalten!“ Aber je näher sie kamen, desto mehr hat mich mein Frauchen zu sich herangezogen. Sie hat mir ganz deutlich gezeigt, dass sie Angst hat. Natürlich habe ich sofort verstanden und sie beschützt. Das Merkwürdige war: Als die beiden vorbei waren, hat Frauchen mit mir geschimpft – warum auch immer – und mir danach ein Leckerli gegeben, weil ich ein „ganz Feiner“ sei. Ich blick da nicht mehr durch.

Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich sagen muss: So kann es nicht weitergehen. Deshalb habe ich mich im Internet schlau gemacht und bin auf dich gestossen. Was du schreibst, klingt für mich logisch und klar. Deshalb möchte ich dich fragen, ob du dich nicht einmal um mein Frauchen und Herrchen kümmern könntest.

Mit hundlichen Grüssen Aron