Juri der Wolfshund

Als Juri etwa zwölf Monate alt war, kam sein Frauchen zu uns. Bis dahin hatte sie bereits mehrere Hundetrainer aufgesucht – doch die Probleme wurden immer schlimmer. Überall wurde mit Unterordnung gearbeitet. Doch ein Wolfshund lässt sich kaum unterordnen. Er wehrt sich mit aller Kraft dagegen, was für den Menschen enorm anstrengend wird und die Situation zusätzlich verschärft.

Juri versuchte alles zu dominieren, was ihm begegnete. Ich erklärte seinem Frauchen, dass wir nur eine Chance hätten, wenn sie bereit sei, vertrauensaufbauend und auf Augenhöhe mit ihm zu arbeiten. Für Gruppentraining war er zu diesem Zeitpunkt nicht geeignet, deshalb begannen wir mit einigen Privatstunden.

Als der richtige Moment gekommen war, begleitete ich die beiden zweimal in eine Gruppe bei meiner Tochter. Danach wusste ich: Jetzt schaffen sie es allein. Inzwischen haben Frauchen und Juri sieben Gruppenstunden selbstständig besucht – und das mit beeindruckendem Erfolg.

Sie war sogar mit Juri in Schweden campen. Dass Hund und Katze heute gemeinsam auf dem Sofa schlafen, hätte sie sich früher nicht einmal vorstellen können. Früher konnten sich die beiden nicht einmal im selben Raum aufhalten. Diese Veränderung zeigt, wie viel möglich wird, wenn ein Mensch bereit ist, wirklich umzudenken.

Ich möchte Frauchen an dieser Stelle meinen grössten Respekt aussprechen. Sie hat von Anfang an diszipliniert mitgemacht und alles umgesetzt, was wir ihr gezeigt haben. Ohne ihr Engagement wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.

Vor Kurzem erzählte sie uns, dass sie Juri nun sogar ohne Leine zu den Hühnern mitnehmen kann. Ein riesiger Erfolg.